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Allgemeines über Standortverhältnisse

Um lange Freude an den Pflanzen zu haben (und möglichst wenig Arbeit) ist es sehr wichtig, vor der Auswahl genau zu überlegen, welche Standortverhältnisse Sie den Pflanzen bieten können.

Nur bei sorgfältiger Auswahl bleiben die Pflanzen gesund und wachsen üppig, so daß der gewünschte Gestaltungs-Effekt nach relativ kurzer Zeit eintritt.

Wenn Sie Schwierigkeiten haben, die unten genannten Fragen für sich zu beantworten, dann fragen Sie Ihre Nachbarn, die schon längere Gärtner-Erfahrung haben, Ihre lokale Baufirma, im nächsten Gartencenter oder informieren Sie sich im lokalen Gartenbau-Verein.

Um die Eigenschaften des Bodens einschließlich pH-Wert zu ermitteln, sollten Sie mehrere Proben des Bodens entnehmen und untersuchen lassen.

Diese Proben kosten nicht viel und ersparen evt. viel Geld und Zeit.

Sie können z.B. Proben durchführen lassen bei:

Landwirtschaftskammer NRW LUFA NRW

(Landwirtschaftliche Untersuchungs- und Forschungsanstalt Nordrhein-Westfalen)

Nevinghoff 40

48147 Münster

Telefon 0251 - 23 76 - 595

 

Siebengebirgsstraße 200

53229 Bonn

Telefon   0228 - 703 - 0

E-Mail     lufa@lwk.nrw.de

Internet   www.lufa-nrw.de

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Temperatur

Welche allgemeinen Klimaverhältnisse bzw. Kleinklima-Verhältnisse beeinflussen die zu bepflanzende Fläche?

  • Wohnen Sie in einer klimatisch besonders begünstigen Gegend, wie z.B. Weinbaugegend?
  • Wohnen Sie in einer Gegend mit besonders rauhem Klima, wie Mittelgebierge oder Voralpenland?
  • Liegt das Grundstück mitten in der Stadt und ist dadurch bsonders geschützt oder gar durch besondere Hitzestrahlung belastet?
  • Liegt das Grundstück relativ ungeschützt in der freien Landschaft?
  • Liegt das Grundstück in einer frostanfälligen Senke?

 

Bodenfeuchte:

Um abschätzen zu können, welche Pflanzen für Ihren Garten geeignet sind, müssen Sie die Bodenfeuchtigkeit nach vier Abstufungen unterscheiden:

Trocken:

Der Boden fühlt sich fast immer trocken an. Trockenen Boden findet man in sonnigen Hanglagen bei gutem Wasserabzug oder im Regenschatten von Gebäuden oder in kleinen Pflanzinseln auf großen versiegelten Flächen.

Auch ständig starker Wind kann einen Boden austrocknene!

Frisch:

Meist fühlt sich der Boden etwas feucht an, zeitweilig kann er aber auch trocken sein oder viel Feuchtigkeit enthalten.

Feucht:

Der Boden ist fast ganzjährig feucht. Diese Verhältnisse findet man ingrundwassernahen Lagen. Feuchter Boden läßt sich in der Hand formen ohne zu zerbröckeln.

Naß:

Nasse Böden erkennt man daran, daß eine Grube sich mit Wasser füllt, weil mehr Wasser vorhanden ist, als der Boden aufnehmen kann.Die meisten Pflanzen haben eine gewisse Toleranz in Ihren Feuchtigkeitsansprüchen. Eine Pflanze, die für trockenen Boden geeignet ist, verträgt in den meisten Fällen auch frischen Boden.

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Geländeform

  • Ist die zu bepflanzende Fläche geneigt oder gestuft?
    Wenn ja, in welche Himmelsrichtung?
    Gibt es Hang-Quellen, die für besonders feuchten Boden sorgen?
  • Liegt das Grundstück in einer Mulde?
    Wenn ja, ist es besonders frostgefährdet?
    Ist es durch hohen Grundwasserstand beeinflußt?
  • Liegt das Grundstück recht frei auf einer Kuppe oder in einem windoffenen Tal?

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Lichtverhältnisse

Die Lichtverhältnisse sind genau zu beobachten. Sie können durch verschiedenste Faktoren beinflußt sein:

  • Gebäude (auch auf dem Nachbargrundstück
  • Mauern oder Hecken
  • Bäume (auch auf dem Nachbargrundstücke)
  • Ausrichtung zur Himmeslrichtung
  • (nicht in unseren Breitengraden: extrem kurze Tage in Pol-Nähe)

Man unterscheidet folgende Licht-Verhältnisse:

  • Sonnige Standorte:
    Hier unterscheidet man nochmals zwischen Standorten für Vollllicht-Pflanzen, die uneingschränkte Sonneneinstrahlung wünschen und vertragen und Lichtpflanzen, die im Sommer zwischen 9 und 15 Uhr mindestens 4 Stunden Sonne benötigen
    Pflanzen, die sich für Vollsonnige Standorte eignen, sind meist durch besondere Gestalt an die (auch sehr trockenen) Verhältnisse angepaßt.
    Sie haben ein dichtes Feinwurzel-Netz, kleine Blätter, Dornen statt Blätter oder eine Wachsschicht, bzw. Haare auf den Blättern.
    Extreme Anpassung haben Sukkulente (z.B. Opuntien) durch die Ausbildung von Wasserspeicher-Organen
  • Absonnige Standorte:
    Diese liegen weder im direkten Schatten, noch werden Sie vom vollen Sonnenlicht getroffen. Das können nordseitig ausgerichtetet Hanglagen sein oder wenig besonnte Seiten von Trockenmauern sowie Gehölzränder mit mehr als halbschattiger aber noch nicht sonniger Lage.
    Diese Standorte eigenen sich für viele Immergrüne Pflanzen, die vor allem unter Wintersonne leiden und eine hohe Luftfeuchtigkeit lieben.
  • Halbschattige Standorte.
    Liegen zwischen absonnigen und schattigen Standorten
  • Schattige Standorte:
    Standorte, die nur 1-20% des vollen Lichtes bekommen.
    Diese Standorte haben höchstens vor 9.00 oder nach 15.00 Uhr Sonnenlicht.
    Pflanzen sind häufig durch besonders große, dunkelgrüne (viel Chlorophyll), zarte Blätter an schattige Standorte angepaßt.
    Sie besitzen einen geringeren Verdunstungschutz als Pflanzen sonniger Standorte, so daß sie auf den schattigen Standort unbedingt angewiesen sind.
    Andere Pflanzen können Schattern vertragen, können aber auch auf sonnigeren Standorten gedeihen. Diese Pflanzen eignen sich für Neuanlagen, wenn die schattenspendenden Gehölze noch sehr klein sind.
    Man unterscheidet durch Bäume und durch Gebäude bzw. Mauern geprägte Schattenstandorte, die sich in einigen Punkten unterscheiden:

 

Baumschatten Gebäudeschatten
Boden Bäume sind Konkurrenten in Nahrung und Wasser, liefern aber Laubhumus keine Konkurrenz aber auch keine Humuslieferung
Luft-Feuchte durch Verdunstung höher kein Unterschied
Tropfenfall stark keiner
Lichtverhältnisse schwanken im Jahresverlauf, im Frühjahr vor dem Laubaustritt oft heller.Bäume sind ganzjährig etwas Lichtdurchlässig.
geringer Streulichteinfall
regelmäßige Verhältnisse im Jahresverlauf.Gebäude sind absolut lichtundurchlässig im Gegensatz zu Laubbäumen.
größerer Streulichteinfall
Wurzeln Starke oberflächennahe Durchwurzelung behindert Unterwuchs keine Durchwurzelung
Temperatur wenig Tab-Nacht-Schwankungen größere Tag-Nachtschwankungen

 

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Bodenverhältnisse:

Man unterscheidet extreme Bodenverhältnisse, auf denen nur besonders geeignete Pflanzen gedeihen und normale Gartenböden, die für fast alle Pflanzen geeignet sind. Für jeden extremen Standort gibt es geeignete Pflanzengesellschaften, mit denen reizvolle, pflegearme und langlebige Bepflanzungen gestaltet werden können. Dies ist in jedem Fall sinnvoller, als mit großem Aufwand einen solchen Stanort ändern zu wollen. (Beispiel: Durch Torfgaben auf kalkhaltigem Boden einen Heidegarten anlegen)

Extreme Standorte sind:

  • nährstoffarme Sandböden mit niedrigem pH-Wert
    Diese Standorte eignen sich für die Anlage eines Heidegartens
  • humusreiche, absonnige Standorte mit niedrigem pH-Wert
    Für Rhododendron und deren Begleitpflanzen geeignet
  • extrem mooriger Boden
    Anlage eines Moorbeetes
  • Mit Schotter durchsetzter, durchlässiger Boden mit hohem Kalkgehalt
    Anlage einer Felssteppe, Steingarten
  • sehr nasse Böden
    Wasserflächen, Sumpfbeete

Der "normale Gartenboden" :

Dieser ist gekennzeichnet durch einen guten Wasserabzug, durchschnittlichen pH-Wert (mehr oder weniger neutrale Bodenreaktion) Humus- und leichten Lehmanteil. Letzteres läßt sich feststellen, in dem man einen Klumpen Erde in der Hand formt. Läßt sich die Erde nicht formen, sondern zerbröckelt sofort, dann ist der Boden stark sandig mit geringem Lehmanteil. Läßt sich ein Klumpen formen, ist der Lehmanteil durchschnittlich. Läßt sich der Boden zu einer Wurst rollen, ohne sofort zu bröckeln, dann ist der Lehm und Tonanateil recht hoch.

In letzterem Fall ist es besonders wichtig, daß der Boden gut aufgelockert wird, vor allem wenn er nach dem Hausbau durch schwere Maschinen zusätzlich verdichtet wurde. Dies gelingt neben mechanischer Tiefenlockerung auch durch die Einsaat einer Gründüngung (z.B. Senfsaat) deren Wurzeln den Boden lockern.

Wichtig ist die Anreicherung des Bodens mit Humus-Material in Form von Gründügung, Stallmist, Kompost oder Rindenhumus. Alle dieses organische Material soll nur oberflächlich aufgebracht und nicht untergearbeitet werden!Schwere Böden können durch Zugabe von Estrichsand verbessert werden.

Diese Maßnahmen sind zwar einmalig Kosten- und Arbeitsintensiv, erleichtern aber die Arbeit in den Folgejahren und sorgen für gesundes schnelles Wachstum der Pflanzen.

Zusätzlich gibt es noch eine Reihe Bodenverbessernder Zusatzstoffe, wie z.B. Algen-Produkte und Gesteinsmehle.

Der PH-Wert des Bodens läßt sich am Besten durch eine Bodenuntersuchung ermitteln. Man kann dafür kleine Geräte mit einem Meßstab kaufen (In jedem Gartencenter erhältlich).

Man unterscheidet folgende pH-Wert -Bereiche:stark sauer: pH unter 5

leicht sauer: pH 5-6,5

neutral: pH 6,5-7

leicht alkalisch pH 7-7,5

stark alkalisch pH über 7,5

 

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Wind:

Windige Lagen finden sich nicht nur im freien ausgesetzten Gelände, sondern durch besondere Düsenwirkung auch zwischen Gebäuden.

Hier sind besonders Dachgärten zu nennen, die entweder sehr geschützt liegen können und dann geringen Luftaustausch und evt große Hitzeeinstrahlung haben, oder sehr zugig sind.

Auch für extrem windige Lagen sind mache Pflanzen besonders gut angepaßt. Sie sind kleinwüchsig, haben kleine Blätter und biegsames Holz.Pflanzen mit großen Blättern haben Probleme, weil die Blätter einreißen. Zu berücksichtigen ist auch, daß der Boden in ständig windigen Lagen zumindest oberflächlich stark austrocknet!

 

Innenhöfe sind meist sehr windgeschützt und deshalb für empfindliche Arten recht geeignet.

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